Geschenkgutscheine zu Weihnachten: Welche Rechte haben Kunden?

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Für viele sind Gutscheine eine schöne Idee und das ideale Weihnachtsgeschenk. Mit Weihnachts-Warengutscheinen werden in diesem Jahr ungefähr ca. 1,8 Milliarden Euro umgesetzt, wobei laut dem Handelsverband Deutschland (HDE) Gutscheine für Kleidung und Elektronik besonders beliebt sind.
Der Vorteil ist, dass Gutscheine im Geschäftsverkehr wie Bargeld eingesetzt werden. Der Beschenkte kann dann selbst bestimmten, für was bzw. wann er den Geldbetrag ausgibt.

Der Beschenkte muss hierzu jedoch einiges wissen, um Ärger beim Einlösen eines Gutscheins zu vermeiden. So streiten Gutscheininhaber und Aussteller beispielsweise häufig darüber, wie lange der Gutschein gültig ist und ob er nach Fristablauf noch eingelöst werden kann. Rechtlich ist dies nicht immer ganz einfach.

Die Geschenk-Gutscheine werden in Waren und Dienstleistungen verwandelt, aber nicht in bar ausbezahlt, wenn nicht Ausnahmen vorliegen. Solche könnten z. B. sein, wenn ein Geschäft dicht macht, ohne pleite zu sein, bevor der Beschenkte den Gutschein einlöst. In diesem Fall besteht laut HDE ein Rückerstattungsanspruch.

Ist der Gutschein nicht ausdrücklich befristet, bleiben Beschenkten zum Einlösen drei Jahre Zeit. Die Laufzeit beginnt am Ende des Jahres, in dem der Gutschein gekauft wurde. Weniger als ein Jahr dürfen Gutscheine in der Regel aber nicht gelten. Wer die Einlösung eines zeitlich befristeten Gutscheins versäumt, kann zwar den Gutschein nicht mehr einlösen. Er kann sich jedoch bis Ende der gesetzlichen 3-jährigen Verjährungsfrist den Wert des Gutscheins auszahlen lassen.

Ist auf einem Gutschein ein Name vermerkt (z. B. der des Beschenkten), bedeutet das nicht, dass nur derjenige den Gutschein einlösen darf. Gutscheine dürfen weiterverschenkt oder -verkauft werden. Der Aussteller muss den Gutschein grundsätzlich demjenigen einlösen, der ihn vorlegt. Ihm ist in der Regel auch nicht bekannt, wer letztendlich bei ihm einkauft. Der Eintrag des Namens auf dem Einkaufsgutschein dient nur dazu, das Geschenk persönlicher zu machen. Etwas anderes kann gelten, wenn es sich um einen Gutschein für eine Dienstleistung handelt. Hier kann es aus Sicht des Ausstellers gerade darauf ankommen, die Leistung einer namentlich bekannten Person zu erbringen. Kann der Dienstleister ein berechtigtes Interesse nachweisen, dass kein Dritter die Leistung in Anspruch nimmt, darf er die Einlösung ablehnen. Es kommt dabei jedoch auf die Umstände des Einzelfalles an.

Wenn der Inhaber eines Geschenkgutscheines kein Interesse oder keine Möglichkeit hat, den Gutschein einzulösen, dann ist zu beachten, dass Bargeld vom Aussteller nur dann verlangt werden kann, wenn dies mit dem Händler ausdrücklich vereinbart wurde. Ansonsten hat man keinen Anspruch auf Barauszahlung des Gutscheinbetrages. Dies gilt im Übrigen auch, wenn der Gutschein nur teilweise eingelöst wird. Der Händler muss aber entweder einen neuen Gutschein ausstellen oder auf andere Weise sicherstellen, dass der Gutschein über den verbleibenden Betrag noch eingelöst werden kann.