Nicht jede „Rechnung“ ist eine Rechnung

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Vorsicht ist in letzter Zeit bei der Übersendung von unbekannten Rechnungen und Formularen geboten, die sich auf angebliche Telefonbucheinträge oder auch bei Gesellschaftsgründungen auf angebliche Registerkosten beziehen. Häufig stecken hinter diesen sog. „Rechnungen“ oder Formularen zur Ergänzung von Daten listige Unternehmen, die Verbraucher oder Geschäftsleute mit verwechslungsträchtigen Unterlagen dazu bewegen wollen, mit ihnen Verträge abzuschließen.

Gerade bei Gründung von Neuunternehmen und Gesellschaften entsteht eine Vielzahl von Kosten. Insbesondere übersenden auch zurecht das Handelsregister des zuständigen Amtsgerichts über die Landesjustizkasse, sowie das Gewerberegister der Kommune Rechnungen für die Registereintragungen. Diese sind selbstverständlich zu bezahlen.

Täuschend echt erscheinen dann Schreiben bezüglich „Eintragung von Handel und Gewerbe“ oder „Handelsregisterbekanntmachungen“, welche den offiziellen Rechnungen der oben genannten Register nachempfunden sind. Lediglich im Kleingedruckten ist dann zu erfahren, dass es sich hierbei eben nicht um öffentliche Register handelt, sondern um Online-Verzeichnisse, bei denen der Eintrag freiwillig ist und für den Gebühren von bis zu 800,00 € entstehen. Dort sind dann Texte zu lesen wie „der zu entrichtende Betrag dieser Dienstleistung ist fakultativ durch einmalige Zahlung auf die unten stehende Bankverbindung zu entrichten“. Dies bedeutet, dass durch die Zahlung der als Rechnung aussehenden und mit einem Überweisungsträger versehenen Schreiben erst ein Vertrag zustande kommt, aufgrund dessen die Eintragung in die genannten Online-Portale erfolgt. Mit den offiziellen Registerkosten hat dies nichts zu tun.

Ähnlich verhält es sich mit Formularen, welche Unternehmen mit dem Hinweis „Branchenbuch“ o. ä. versenden. Hier wird der angebliche Kunde darauf hingewiesen, er möge die Angaben auf dem Blatt auf ihre Richtigkeit überprüfen und dann das Formular für die korrekte Veröffentlichung seiner Firmendaten zurückschicken. Regelmäßig wird dies getan, werden Telefonnummer, Fax-Nummer und E-Mail-Adresse eingetragen, sowie das unterschriebene und gestempelte Dokument zurückgeschickt. Nicht gelesen wird der Hinweis an der Seite, dass dadurch eine kostenpflichtige Eintragung von Daten auf einer Website erfolgt und die Laufzeit mehrere Jahre beträgt.

Es kann nur davor gewarnt werden, derartige Erklärungen unüberlegt auszufüllen und zurückzuschicken, da regelmäßig hier vollkommen unnötige Kosten produziert werden, die man niemals auf sich genommen hätte, wäre das entsprechende Dokument durchgelesen worden.

Deshalb bitte aufpassen. Nicht alles, was wie eine Rechnung aussieht, ist eine Rechnung. Nicht alles was so ausschaut, als würde ein Geschäftspartner lediglich die Stammdaten aktualisieren ist tatsächlich eine Stammdatenaktualisierung. Regelmäßig handelt es sich hier um besonders schlaue Geschäftsleute, die Ihnen für eine unbedeutende Gegenleistung Geld abverlangen.

Gerne beraten wir Sie, wenn Sie solche Schreiben erhalten – guter Rat ist nicht so teuer wie unnötige Eintragungen in Online-Register.