Wehe, wehe – wenn ich auf das Ende sehe…..

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Nicht alles, was einmal als vielversprechendes Arbeitsverhältnis begann, endet freundlich. Doch Vorsicht: es ist gar nicht so einfach, einen Arbeitsvertrag wirksam zu beenden.

Zunächst muss die Kündigung immer schriftlich erfolgen. Jeder noch so lautstarke Rausschmiss wird nur dann zu einer wirksamen Kündigung, wenn er schriftlich erfolgt. Aber längst nicht jede schriftliche Kündigung ist wirksam, entscheidend ist der Kündigungsgrund.
Bei einer fristlosen Kündigung muss ein Grund vorliegen, der so wichtig ist, das die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar ist – beispielsweise ein Diebstahl. In anderen Fällen kommen Arbeitsgerichte häufig zu dem Ergebnis, dass zunächst eine Abmahnung – also quasi die „gelbe Karte“ erforderlich ist, bevor der Arbeitgeber kündigen kann. Die Abmahnung erfasst ein ganz konkretes Fehlverhalten eines Arbeitsnehmers und weist ihn darauf hin, dass er gekündigt werden kann, wenn dieses Fehlverhalten nochmals vorkommt. Nur wenn eine Abmahnung vorliegt und sich der gleiche Vorfall nochmals ereignet, kann gekündigt werden. Wenn also eine Abmahnung wegen Beleidigung eines Kollegen erfolgt ist und der Mitarbeiter einige Tage später unentschuldigt zu spät zu einem wichtigen Termin kommt, dann kann er wegen des zu späten Erscheinens zum Termin zwar wieder abgemahnt werden, eine Kündigung wegen der vorherigen Abmahnung im Zusammenhang mit der Beleidigung ist aber nicht möglich.
Betriebsbedingte Kündigungen sind möglich, hier muss der Arbeitgeber aber eine korrekte Sozialauswahl vornehmen. Er kann also nicht den dümmsten, faulsten und frechsten Mitarbeiter kündigen, sondern muss unter Mitarbeitern mit vergleichbarer Tätigkeit denjenigen kündigen, der nach Lebensalter, Betriebszugehörigkeit und Unterhaltsverpflichtungen am wenigsten schutzbedürftig ist. Dies gilt jedoch nicht in Kleinbetrieben und bei Schwerbehinderten.
Wer eine unberechtigte Kündigung erhält, kann innerhalb von 3 Wochen nach Erhalt Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erheben.

Gerne machen wir uns für Ihre Rechte stark.